Es ist vollbracht! Ich schaffe mir meinen Arbeitsplatz selbst!

Zwei Tage vor Toresschluss wurde der Betrag von 7.500 Euro erreicht!

Moderne Wege zum neuen/alten Kiez-Kiosk im Falkenhagener Feld. Zwei Tage vor Toresschluss konnten die Akteure des Crowdfunding-Projekts „KiezKiosk“ (KiKi) im Falkenhagener Feld erleichtert aufatmen. Es ist vollbracht. Der Kiezladen kann an den Start gehen. Sich selbst einen Abeitsplatz schaffen, kann durchaus funktionieren.

Kleine Läden sterben überall. Meist ist die Aufregung darüber kurz, weil der Weg zum nächsten Supermarkt nahe ist. Im Falkenhagener Feld, nahe der Martin-Buber-Oberschule, möchte Sonia Gourri einen geschlossenen Zeitungskiosk wiederbeleben. „Es soll ein Ort entstehen, an dem Kommunikation über das einfache „Hallo-Tschüss“-Prinzip hinaus stattfinden kann. Geplant ist der Wiederaufbau eines über 40 Jahre in dem Kiez Bestand habenden Zeitungsladens, mit der Erweiterung zu einem Treffpunkt für Jung und Alt und unter Berücksichtigung sozialer und ökologischer Aspekte – dem Kiez – Kiosk! (KiKI)“

Sonia Gourri (Foto: Gourri)
Sonia Gourri geht einen ungewöhnlichen Weg zum eigenen Arbeitsplatz (Foto: Gourri)

7.500 Euro waren das Ziel, um mit dem Versuch eines Kiezladens an den Start zu gehen. Zwei Tage vor Toresschluss wurde der Betrag überschritten. 7.650 Euro spenden Unterstützer des Crowdfunding -Projekt. Alle Beteiligten können sich über den Erfolg, der nicht unbedingt vorhersehbar war, freuen. Die Mühe hat sich gelohnt. Dank einer „Nachspielzeit“ von 10 Tagen, hatte das Projekt sogar mehr Zeit bekommen, um das Ziel zu erreichen!

Das er KiezKiosk hatte kurz vor Toresschluss 155 Fans.

Zwischenzeitlich berichtete auch das Spandauer Volksblatt und schuf so eine breitere Öffentlichkeit:

http://www.berliner-woche.de/falkenhagener-feld/soziales/spandauerin-will-leeren-kiosk-zum-treffpunkt-machen-d69795.html

Sonia Gourri mag ihren Kiez

Sonia Gourri ist 28 Jahre alt und wohnt schon ihr ganzes Leben im Falkenhagener Feld. „Der Kiez im Spektefeld hat meine Kindheit bereichert, meine Grund- und Oberschulzeit begleitet und mein Leben geprägt. Seit 10 Jahren arbeite ich ehrenamtlich vor Ort und engagiere mich für den Kiez und die Menschen, die hier leben. Nach der Ausbildung zur Sozialassistentin habe ich mich beruflich weitergebildet und meinen Schwerpunkt auf den Einzelhandel gelegt. Der Kiez liegt mir sehr am Herzen, da hier viele gutherzige Menschen leben. Um den Ort, an dem ich aufwachsen durfte, zu bereichern und nachhaltig zu verbessern, habe ich das Projekt KiKi, der Kiez-Kiosk, ins Leben gerufen.“

Noch schläft er seinen Dornröschenschlaf (Foto: Gourri)

Die Arbeitslosigkeit im Falkenhagener Feld ist hoch, höher als sonst im Berliner oder Spandauer Durchschnitt. Gleiches gilt für den Anteil derjenigen die Transferleistungen beziehen. Arbeit direkt im Kiez zu finden ist fast ein Ding der Unmöglichkeit, schließlich ist die Großsiedlung als reines Wohngebiet geschaffen worden. Auf der grünen Wiese entstand sie innerhalb kürzester Zeit, während anderswo Kieze über Generationen wuchsen. Dienstleister gibt es hier nicht viel. Die wenigen existierenden müssen sich schon oft sehr anstrengen. So verwundert es nicht, wenn kleine Läden eher schließen, als dass welche eröffnen. Man(n) und Frau muss sich aber nicht mit den Gegebenheiten abfinden!

Eine eigene Existenz aufzubauen ist der Traum vieler Menschen. Dies bedeutet, das eigene Leben gestaltend in die Hand zu nehmen. Ohne das nötige Kapital scheitert eine solche Idee meist schon in der Startphase. Banken tun sich extrem schwer, wenn es darum geht, einen Kleinkredit zur Verwirklichung eines solchen überschaubaren Traums zu gewähren.

Mit Crowdfunding das Falkenhagener Feld bunter machen

Crowdfonding ist ein modernes Zauberwort, mit dessen Hilfe scheinbar unmöglich erscheinende Projekte gegen alle Bedenken in Angriff genommen werden können. Innerhalb einer festgelegten Zeit muss eine bestimmte Geldmenge gesammelt werden, dann ist das Projekt erfolgreich finanziert. Kommt das Projekt nicht zustande, gehen die Spender kein Risiko ein. Ihr zugesichertes Geld wird erst bei Erreichen der Zielsumme ausgegeben. Gelingt es dem Projekt nicht, auf die Wunschsumme zu kommen, bleibt den Spendern das Geld vollständig erhalten.

Auf Crowdfunding-Plattformen stellen Menschen dem Rest der (Internet-)Welt ihre Ideen vor und versuchen so Kapitalgeber für sich zu gewinnen. Nicht ein einzelner soll die Idee finanzieren, sondern möglichst viele. Mit vielen kleinen und kleinsten Geldbeträgen sind schon die erstaunlichsten Ideen verwirklicht worden. Die Bandbreite reicht von exzentrischen technischen Erfindungen bis zu sozialen Projekten.

Was habe ich von einer solchen Investition, mag sich manch einer fragen? Nicht immer geht es bei der Unterstützung von Projekten um einen erhofften monetären Ertrag, vielmehr steht die Unterstützung einer guten Idee im Vordergrund. Am Schluss hat der Kapitalgeber nicht mehr Geld in der Tasche, als zuvor. Darum geht es nicht. Das eingesetzte Geld kann durchaus „in den Sand gesetzt“ werden. Wer nur eine kleine Summe Geld „spendet“, dem tut ein möglicher Verlust nicht wirklich weh, er hat damit aber die Chance, mit seinem kleinen Beitrag die Welt ein wenig zu verändern.

Das Internet schafft eine breite Öffentlichkeit. Es liegt an den Projekten selbst, für ihre Idee zu trommeln, um so möglichst viele kleine Förderer zu finden. „Jeder, der das Projekt unterstützen möchte, trägt dazu bei, das Gebiet im Spektefeld wieder freundlicher und facettenreicher zu machen und den Menschen vor Ort ein bisschen mehr Lebensqualität zu ermöglichen.“ Drei bis vier Arbeitsplätze sollen entstehen, so die Hoffnung der Akteure.

Wer sich an der Wiederbelebung eines Zeitungskiosks mit Mehrwert beteiligen möchte, kann dies auf der Crowdfunding www.startnext.de/spektefeld problemlos tun. Als Dankeschön winken, je nach finanziellem Einsatz, kleine Aufmerksamkeiten.

Wofür sollen die 7.500 Euro eingesetzt werden?

„Bei erfolgreicher Finanzierung entsteht KiKi – der Kiez-Kiosk im Spektefeld in Berlin-Spandau. Wir fangen bei null an, der Laden wird komplett neu aufgebaut, renoviert und eingerichtet; es werden Handwerker- und Malerarbeiten finanziert, Beleuchtung und Sicherheitsmaßnahmen (Rauchmelder, Alarmanlage) werden installiert und eine möglichst naturverbundene Einrichtung wird angeschafft. Eine Mietkaution muss entrichtet werden und die erste Monatsmiete soll, im Bestfall, von der Crowd mitfinanziert werden. KiKi benötigt einen Anstupser, um in die Gänge zu kommen!“

  • Finanzierungszeitraum: 6.1.2015, 16:42 Uhr bis 8.2.2015, 23:59 Uhr
  • Realisierungszeitraum: 1.2.2015 – 1.4.2015
  • Projektadresse: www.startnext.de/spektefeld