Am Freitag, dem 27. März 2026, wurde das neue temporäre Stadtteilzentrum im Falkenhagener Feld feierlich eröffnet. Von 12:00 bis 17:00 Uhr konnten Bewohnerinnen und Bewohner das Zentrum erstmals erkunden und in Betrieb erleben.
Das Herzstück des Projekts ist eine nachhaltige, modulare Container-Konstruktion, die vielfältige Möglichkeiten zur Begegnung, Beratung, Freizeitgestaltung und zum gesellschaftlichen Engagement bietet – offen für alle Menschen im Falkenhagener Feld.
Hinter dem Projekt steht eine Kooperation von berlinovo, dem Sozial-kulturellen Netzwerk casa e.V. sowie dem Quartiersmanagement Falkenhagener Feld Ost. Ermöglicht wurde es durch die Förderung des Baufonds Sozialer Zusammenhalt und des Projektfonds des Quartiersmanagements.
Ein Ort für alle
Das Zentrum richtet sich an alle Bewohnerinnen und Bewohner des Falkenhagener Felds, ob Kinder, Jugendliche, Familien oder Seniorinnen und Senioren. Es soll Begegnung ermöglichen, Alltagsunterstützung bieten und gesellschaftliches Engagement stärken. Der Name „temporär“ kommt nicht von ungefähr: Das Zentrum überbrückt die Zeit, bis das geplante Begegnungszentrum auf dem Gelände der ehemaligen Zufluchtskirche am Westerwaldplatz, voraussichtlich 2030/31, fertiggestellt wird.
Modulare Bauweise, nachhaltig gedacht
Das Gebäude besteht aus einer modernen Container-Konstruktion, die innerhalb kurzer Zeit errichtet werden konnte. Die Anlage lässt sich nach Ende der Nutzung vollständig versetzen und andernorts weiterverwenden – ein bewusst nachhaltiger Ansatz, der Ressourcen schont und Flexibilität wahrt.
Starke Partnerschaft im Hintergrund
Hinter dem Projekt steht eine Kooperation dreier Partner:
- berlinovo Immobilien Gesellschaft mbH hat den Bau geplant, finanziert und realisiert, aus Eigenmitteln sowie mit Förderung durch den Baufonds „Sozialer Zusammenhalt“
- Sozial-kulturelle Netzwerke casa e.V. betreibt das Zentrum, gestaltet das Programm und bringt jahrelange Erfahrung aus der Stadtteilarbeit seit 2018 mit
- Quartiersmanagement Falkenhagener Feld Ost hat das Projekt angestoßen und stellt über seinen Projektfonds zusätzliche Mittel für die Einrichtung bereit
Was das Zentrum bietet
Das Angebot deckt drei Bereiche ab:
- Freizeit & Begegnung: Nachbarschaftscafé, Spielegruppen, Sport, Kreativangebote, Gemeinschaftsgärtnern, gemeinsame Feste und Ausflüge.
- Bildung & Engagement: Sprachcafés, Lernunterstützung, Tauschregal, BSR-Kieztage, Müllsammelaktionen und Basteln mit Resten.
- Beratung & Unterstützung: Mieten- und Sozialberatung durch Kooperationspartner, Verweisberatung, Inklusionshilfe und Selbsthilfeangebote.
- Eigene Ideen aus der Nachbarschaft sind ausdrücklich willkommen, das Team unterstützt bei der Umsetzung.
Sprechstunden & Kontakt
- MBR-Mietersprechstunde: 1. Dienstag im Quartal, 15–17 Uhr
- berlinovo-Mietersprechstunde (allgemein): 2. Dienstag im Monat, 13:30–16 Uhr
- berlinovo-Mietersprechstunde (Senior:innen): 2. Dienstag im Monat, 10–12 Uhr
0176 4675 4338 | tempstz@casa-ev.de
Vorgeschichte
Tag der Städtebauförderung im Falkenhagener Feld
Ein buntes Nachbarschaftsfest mit Zukunftsperspektive
Am Tag der Städtebauförderung (im Mai 2024) verwandelte sich das Falkenhagener Feld in einen lebendigen Treffpunkt. Das Quartiersmanagement FF Ost, die Berlinovo, die Planergemeinschaft und das Team der Mobilen Stadtteilarbeit (casa e.V.) veranstalteten gemeinsam ein Nachbarschaftsfest mit Kinderprogramm, Essen, Live-Musik und einer Pflanzaktion – und das gleichzeitig an zwei Orten: dem Westerwaldplatz und dem Platz zwischen Bramwaldweg und Elmweg.
Das temporäre Stadtteilzentrum kommt
Das Herzstück des Festes war die Vorstellung eines konkreten Bauprojekts: Das Gebäude dient als Übergangslösung, bis das geplante Begegnungszentrum auf dem Gelände der ehemaligen Zufluchtskirche am Westerwaldplatz fertiggestellt ist. Finanziert wird der Bau durch die Berlinovo und den Baufonds des Quartiersmanagements; für die Innenausstattung stellt das QM FF Ost zusätzliche Mittel bereit. casa e.V. übernimmt die Organisation der Ausstattung und wird das Zentrum mit Leben füllen. Viele Ideen der Nachbarinnen und Nachbarn, die beim Fest eingebracht wurden, sollen dabei einfließen.
Ein neuer Name für den Kiez
Passend zum Anlass erhielt der Platz zwischen Elmweg und Bramwaldweg an diesem Tag auch einen offiziellen Kieznamen: Aus mehr als 30 Vorschlägen aus dem Falkenhagener Feld wurde „Platz der Nachbarschaft“ gewählt.
Dialog auf dem Westerwaldplatz
Parallel dazu informierte die Planergemeinschaft gemeinsam mit dem Spandauer Bezirksamt über die Zukunft der Brachfläche auf dem Gelände der ehemaligen Zufluchtskirche.
Vorstellung auf dem Stadtteilfest 2025
Beim jährlichen Stadtteilfest am 13. September 2025 im Falkenhagener Feld stellte das Team der Planergemeinschaft den prämierten Entwurf des Architekturwettbewerbs für ein neues Begegnungszentrum vor.
Gemeinsam mit dem Stadtplanungsamt Spandau präsentierte die Planergemeinschaft Grundrisse sowie ein Modell der geplanten Bebauung an der Westerwaldstraße. Das Vorhaben sieht ein Stadtteilzentrum, einen Seniorenclub sowie eine Jugendtheater-Werkstatt vor. Auf der Festbühne unterstrichen anschließend Staatssekretär Stephan Machulik (SenStadt) und Bundestagsabgeordneter Helmut Kleebank, welche Bedeutung das künftige Begegnungszentrum für die Großsiedlung haben wird.
Das Falkenhagener Feld im Spandauer Westen gehört seit 2005 zu den geförderten Stadtentwicklungsgebieten. Die Planergemeinschaft begleitet die Siedlung bereits seit 15 Jahren als Gebietsmanagerin.
Neubau auf dem Grundstück der ehemaligen Zufluchtskirche
Die Anforderungen an den Neubau auf der Freifläche der ehemaligen Zufluchtskirche sind hoch: Das Gebäude soll multifunktional nutzbar sein, sich mit einer einladenden Geste zum angrenzenden Platz öffnen, von attraktiven Grünflächen umgeben werden und höchsten Maßstäben an Energieeffizienz genügen. Grundlage war ein anspruchsvolles Raumprogramm für das geplante Begegnungszentrum, das auf der Fläche zwischen Klubhaus und Bibliothek im Falkenhagener Feld entstehen soll. Die Gesamtmaßnahme, vom Grundstückserwerb über den Wettbewerb bis zum Neubau, wird vollständig durch das Städtebauförderprogramm „Nachhaltige Erneuerung“ finanziert.
Drei unterschiedliche Nutzergruppen sollen hier zusammenkommen. Erstens soll endlich das Stadtteilzentrum entstehen, das sich die Menschen im Falkenhagener Feld schon lange wünschen. Zweitens wollen wir das Angebot für Seniorinnen und Senioren gezielt ausbauen. Und drittens soll die seit Jahrzehnten etablierte Jugendtheaterwerkstatt mit ihrem ganzjährigen Programm hier ein neues Zuhause und gut bespielbare Flächen finden.
Stadtteilzentrum Falkenhagener Feld West
Das Stadtteilzentrum (STZ) im Falkenhagener Feld West ist seit 2016 ein fester Bestandteil des Berliner Stadtteils und wird von der Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde getragen. Anfänglich durch EU- und Landesmittel gefördert, übernahm das Bezirksamt Spandau ab 2021 die Finanzierung. Als größter Raumanbieter im Gebiet nimmt das STZ eine zentrale Stellung ein und richtet sein breit aufgestelltes Angebot an Menschen aller Generationen.
Im Mittelpunkt der Arbeit steht die soziale Integration: Isolation und Vereinsamung sollen abgebaut, generationenübergreifende Begegnung aktiv gefördert werden. Gleichzeitig verfolgt das STZ einen Bildungsauftrag – von Gesundheits- und Ernährungsthemen bis hin zu kulturellen Angeboten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Sinne des lebenslangen Lernens. Kita- und Grundschulkinder werden durch gemeinsames Spielen und Essen miteinander vernetzt, um ihnen den Schulstart zu erleichtern. Ergänzt wird dies durch niedrigschwellige Angebote wie Beratung, Hilfe zur Selbsthilfe sowie Sport- und Kulturprogramme, die bewusst ohne Zugangshürden gestaltet sind.
Angebote
Das Café dient als zentraler Anlauf- und Kommunikationspunkt für den Stadtteil. Der SchulTREFF bietet ergänzende Betreuung für Schulkinder, während das seit 2019 bestehende Bildungsforum die Schwerpunkte Sprache und Gewaltprävention setzt. Seit 2020 richtet sich das Projekt „Seniorinnen im FF – Gemeinsam gegen Einsamkeit“ gezielt an ältere Menschen, um sozialer Isolation entgegenzuwirken. Hinzu kommt LAIB und SEELE, eine Lebensmittelausgabe mit 16-jähriger Geschichte, die als fester Bestandteil des Zentrums etabliert ist.
Ausblick
Das bewährte Modell des STZ soll künftig räumlich wachsen: Im Falkenhagener Feld Ost ist ein eigenständiges Stadtteilzentrum geplant, das auch den östlichen Teil des Quartiers mit vergleichbaren Angeboten versorgen soll.
Die Errichtung des temporären Stadtteilzentrums auf dem Platz der Nachbarschaft ist ein erster Schritt.




















